Von Cornelia Bohnet
Wenn ich es zugelassen hätte, mein Alter Ego läge längst im Winterschlaf. Wenn ich mit ihm aus dem Haus will, mache ich es wie eine Bärenmama mit ihrem Jungen: Ich packe es im Nacken und schleppe es hinaus, und es sträubt sich nicht einmal dagegen. Insofern ist das Zusammenleben mit meinem Alter Ego leicht. Es bietet quasi von Berufs wegen keinen Widerstand.
12.03.2016
14.02.2016
Der Olivenbaum
Er ist über 700 Jahre alt und fünf Meter hoch.
Das steht auf dem Schild.
Es ist ein Olivenbaum.
17.01.2016
Zweisame Winterabende
Von Isabelle Fleischmann
Ruhig liegt die Katze da, halb auf dem Bauch, halb auf der Seite, die Vorderpfoten unter der Brust eingerollt. Den Kopf aufgerichtet, blickt sie erhaben wie eine Sphinx in die Runde, beobachtet mit ihren grünen Augen, was um sie herum vor sich geht.
Ruhig liegt die Katze da, halb auf dem Bauch, halb auf der Seite, die Vorderpfoten unter der Brust eingerollt. Den Kopf aufgerichtet, blickt sie erhaben wie eine Sphinx in die Runde, beobachtet mit ihren grünen Augen, was um sie herum vor sich geht.
19.12.2015
Die Eistänzerin
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| Geschichte zum Bild: Winter (Eislauf), Wassily Kandinsky (1866-1944) |
In der Erinnerung dreht sich alles.
Fröhliche Menschen, dunkle Bäume voller Schnee, blauer Himmel, blankes Eis; Männer und Frauen in farbigen Gewändern, überall Lachen, leise Musik in der Ferne; Eislaufen auf dem zugefrorenen See.
11.07.2015
Die Frau im Spiegel ...
Von Godi Huber
Die Frau im Spiegel streicht sich die halblangen Haare zurück, bindet sich den dunkelblauen Bikini um und lächelt ein verlegenes Lächeln. Sportlich elegant, und die Grösse passt immer noch; Jean würde sie reizend finden. 15.02.2015
Wilder Andrist
Es war 500 Jahre in der Zukunft. Die Menschen hatten sich aus
Angst vor Felsstürzen, Hochwasser und wilden Tieren in die Städte
zurückgezogen. Umgeben von dicken Mauern und in klimatisierten Häusern, schien
es ihnen an nichts zu fehlen. In der Stadt am Ende eines grünen Tals lebte ein
junger, ungewöhnlich kräftiger Mann. Sie nannten ihn Andrist.
15.01.2015
Anthony
Von Godi Huber
Das Licht des Mondes zwängt sich durch die schräg gestellten Lamellen, schwebt durchs Zimmer, streicht über ein feines Gesicht.
Die Frau schläft, den Kopf tief im weichen Kissen, die dunklen Haare zerzaust, der Atem leicht wie eine Feder.
Das Licht des Mondes zwängt sich durch die schräg gestellten Lamellen, schwebt durchs Zimmer, streicht über ein feines Gesicht.
Die Frau schläft, den Kopf tief im weichen Kissen, die dunklen Haare zerzaust, der Atem leicht wie eine Feder.
20.12.2014
Weihnachtsleuchten
Die Welt glitzert. Es wird Nacht und Millionen von elektrischen Lämpchen beleuchten Häuser, Bäume, Gärten und auch ihre Wohnstube. Elektrisches Brennen zum Advent. Die Vögel verstecken sich, die Menschen auch, nur auf der mächtigen Tanne gegenüber ihrer Wohnung sitzt ein Vogel im Geäst. Sie sieht, wie dieser davon flattert und auf der Buxkugel vor dem Eingang des nächsten Hauses landet, die voller Lichter ist.
17.05.2014
08.04.2014
Husch husch
Von Nicole Michel
Da läuft doch eine Geschichte an mir vorbei!
Ich dreh mich um, versuche sie zu packen.
Auch der Satz entwischt mir. Streckt frech die Zunge raus,
zwinkert mir zu und zieht an mir vorüber.
Im letzten Augenblick ergreif ich dieses eine schöne Wort.
Doch was soll ich ohne Satz und ganz ohne die Geschichte?
Ach, ich hab ja noch ein Wort!
Ich schau kurz raus, ein Vogel hier, ein Vogel dort,
schon ist es fort, das schöne Wort.
Da läuft doch eine Geschichte an mir vorbei!
Ich dreh mich um, versuche sie zu packen.
Auch der Satz entwischt mir. Streckt frech die Zunge raus,
zwinkert mir zu und zieht an mir vorüber.
Im letzten Augenblick ergreif ich dieses eine schöne Wort.
Doch was soll ich ohne Satz und ganz ohne die Geschichte?
Ach, ich hab ja noch ein Wort!
Ich schau kurz raus, ein Vogel hier, ein Vogel dort,
schon ist es fort, das schöne Wort.
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